Das Specialized Ground Control: Ein Meilenstein der 90er-Fullies

Inhaltsverzeichnis
- 1. Einleitung: High-Tech gegen zeitlosen Klassiker
- 2. Die technischen Finessen des Rahmens und Fahrwerks
- 3. Was machte das Specialized Ground Control im Gelände so besonders?
- 4. Das Experten-Urteil aus dem Jahr 1996
- 5. Technische Daten im Überblick
1. Einleitung: High-Tech gegen zeitlosen Klassiker
Mitte der Neunzigerjahre trat das Specialized Ground Control an, um die Sparfte der leichten XC – Fullies zu besetzen. Damals stand die Bike-Welt vor einer echten Glaubensfrage: Auf der einen Seite lockte das ungefederte Stumpjumper Comp mit hervorragender Ausstattung, edlem Rahmen und geringem Gewicht. Auf der anderen Seite stand das Ground Control als echtes High-Tech-Geschoss für maximalen Fahrspaß. Für rund 3000 Mark war es der Einstieg in den echten Vollfederungsspaß.
2. Die technischen Finessen des Rahmens und Fahrwerks
Die Traditionsfirma aus den USA machte damals keine halben Sachen. Trotz des für damalige Verhältnisse günstigen Preises bot das Bike keine faulen Kompromisse bei den Komponenten.
- Der Rahmen basierte auf einer simplen und sehr steifen Konstruktion aus A1 Premium Aluminium.
- Die Verarbeitung des Rahmens war tadellos und sauber ausgeführt.
- An der Front verrichtete eine sensibel ansprechende Federgabel von Rock Shox ihren Dienst, die 60 mm Federweg bot.
- Am Heck sorgte ein RST-Federbein mit Öl-Dämpfung für 50 mm Federweg.
Sind wir ehrlich: mit heutiger Sicht mutet das damalige top XC-Fullie eher wie ein Baumarkt-Bike an. Gerade der Hinterbau mit der Stahlfeder und schmalen 6cm Federweg macht nicht unbedingt Lust, auf die heutigen XC-Rennstrecken zu gehen.
3. Was machte das Specialized Ground Control im Gelände so besonders?
Im sportlichen Cross-Country-Einsatz war das vollgefederte Bike absolut in seinem Element. Es vereinte die sehr guten Fahreigenschaften des Stumpjumpers mit einem deutlich höheren Fahrkomfort.
Das Lenkverhalten wurde in zeitgenössischen Tests als sehr direkt, präzise und neutral beschrieben. Dadurch ließ sich das Bike sowohl auf engen Singletrails als auch bei Highspeed hervorragend kontrollieren. Dank der traktionsstarken Reifen bezwang man selbst steile Rampen problemlos. Auch bergab boten die ausbalancierte Sitzposition, die starken V-Brakes und der gute Seitenhalt der Reifen reichlich Sicherheit. Die unauffällige, aber effektive Federung am Heck reichte mit ihren fünf Zentimetern für den CC-Einsatz völlig aus.
Erfahrungen der damaligen Tester im O-Ton: Die langlebigen Komponenten wie das Shimano Deore XT Schaltwerk und die Deore LX Naben steckten auch harte Belastungen locker weg. Die Federgabel funktionierte tadellos. Allerdings galt das RST-Federbein am Heck als etwas defektanfällig. Auch wurden damals Barends vermisst.

4. Das Experten-Urteil aus dem Jahr 1996
Das Fazit des legendären bike-Magazins (Ausgabe 8/96) brachte es damals unmissverständlich auf den Punkt:
BIKE-URTEIL: HARDTAIL IST GUT, FULLY IST BESSER.
Mit dem Ground Control war Specialized laut den Testern ein richtig guter Wurf gelungen. Es bot die richtige Mischung aus sinnvollen Komponenten, guter Federung und sportlichen Fahreigenschaften. Am Bike passte einfach alles – sogar der Preis.
5. Technische Daten im Überblick
Hier hast du die harten Fakten der Dokumentation für dein nächstes Restaurationsprojekt:
| Bauteil / Eigenschaft | Spezifikation |
| Originalpreis | 2999 Mark |
| Gewicht | 12,85 Kilo |
| Rahmenmaterial | A1 Premium Aluminium |
| Federgabel | Rock Shox Quadra 21R |
| Federweg | Vorne: 60 mm / Hinten: 50 mm |
| Schaltwerk | Shimano Deore XT |
| Umwerfer & Naben | Shimano Deore LX |
| Schalthebel | Grip Shift X-Ray |
| Bremsen & Hebel | Shimano LX Bremsen / Avid Bremshebel |
| Reifen | Spec. Ground Master / Ground Control |
| Steuersatz | Tange Seiki |
