Das Specialized Ground Control von 1997 im Rückblick

Specialized Ground Control 1997 (Quelle: mountainbikemuseum.nl)

Inhaltsverzeichnis

  1. Einleitung: Der Einstieg in die Vollfederung
  2. Der Rahmen des Specialized Ground Control: Ein dreiteiliges Kunstwerk mit Tücken
  3. Die Ausstattung: Ein funktionaler Komponenten-Mix
  4. Fahreigenschaften und Experten-Urteil aus dem Jahr 1996
  5. Die harten Fakten: Technische Daten im Überblick

Neues Design, mehr Federweg und eine durchdachte Ausstattung – für das Modelljahr 1997 wurde das Specialized Ground Control vollständig überarbeitet. Damals, genauer gesagt Ende 1996, brachte die US-Kultmarke das Modell „Comp“ für einen absoluten Kampfpreis von 2499 Mark auf den Markt. Es sollte der erschwingliche Einstieg in die Welt der vollgefederten Race – Bikes werden. Das neue Konzept polarisierte die Szene, überzeugte aber viele mit seinen rennmäßigen Genen.

Der Rahmen des Specialized Ground Control: Ein dreiteiliges Kunstwerk mit Tücken

Die Traditionsfirma aus den USA ging bei diesem Modell neue Wege und sorgte für eine frische Optik in der Szene. Der Rahmen bestand aus dem bewährten A1 Premium Aluminium und war handwerklich perfekt verarbeitet.

Das Konstruktionsprinzip

  • Das Fahrwerk basierte auf einem großvolumigen Hauptrahmen.
  • Es besaß einen gleitgelagerten Schwingendrehpunkt.
  • Der Hinterbau war direkt mit dem Dämpfer verbunden.

Da der Schwingendrehpunkt des Hinterbaus auf Höhe des Kettenblattes lag, waren lästige Antriebseinflüsse beim Pedalieren kaum zu spüren. Doch die Konstruktion hatte zwei deutliche Schwachstellen, die du bei Restaurationsprojekten im Hinterkopf behalten solltest.

Die konstruktiven Schwachstellen

Die begrenzte Sattelverstellung

  • Die Sattelstütze war über einen Ausleger mit dem theoretischen Oberrohr verschraubt.
  • Wegen dieser Bauweise ließ sie sich nur wenige Zentimeter im Sitzrohr versenken.
  • Musstest du damals eine steile Trial-Passage meistern, bekamst du schnell Probleme und musstest gehörig zaubern oder schieben.
  • Zudem waren die Klemmschrauben ziemlich scharfkantig.

Die direkte Dämpferanlenkung

  • Die Comp-Version verzichtete im Gegensatz zu den teureren Geschwistern der FSR-Serie auf eine Wippenumlenkung.
  • Der Dämpfer wurde direkt angelenkt und war somit enormen Seitenkräften ausgesetzt.
  • Das führte damals bei den Bikes bereits frühzeitig zu Defekten.

Die Ausstattung: Ein funktionaler Komponenten-Mix

Damit der US-Hersteller den damaligen „Knüllerpreis“ realisieren konnte, griffen die Produktmanager tief in die Kiste der Komponentenmischungen. Aber damals gab es kaum Grund zur Klage. Es handelte sich um grundsolide und langlebige Technik.

Fahrwerk und Antrieb

Die Federelemente

  • An der Front arbeitete eine Rock Shox Indy XC mit 63 mm Federweg.
  • Am Heck stellte ein Rock Shox Deluxe Stahlfederdämpfer 70 mm Federweg bereit.

Die Schaltgruppe

  • Die Schaltfunktion übernahmen die damals sehr beliebten GripShift 600 Drehgriffe.
  • Diese steuerten ein Shimano Deore LX Schaltwerk und einen Shimano STX Umwerfer an.
  • Dazu kam ein formschöner, herstellereigener Kurbelsatz.

Bremsen und Laufräder

  • Eine klassische V-Brake-Anlage von Dia Compe sorgte für eine gute Verzögerung.
  • Die Laufräder wurden mit Shimano STX RC Naben aufgebaut.
  • Sie liefen auf stabilen Mavic 238 Felgen.
  • Abgerundet wurde das Paket durch die hauseigenen Team Master und Team Control Reifen.

Fahreigenschaften und Experten-Urteil aus dem Jahr 1996

Wegen der Dämpferproblematik am damaligen Vorserien-Testrad konnten die Tester die maximalen Möglichkeiten des Fahrwerks nicht vollständig ausreizen. Doch das typisch sportliche Fahrverhalten begeisterte die Piloten trotzdem.

Erfahrungsbericht der damaligen Test-Crew:

Allen Testern gefielen die Specialized-typischen, rennmäßigen Fahreigenschaften. Das Bike besaß ein sportlich agiles Handling. Die Cross-Country-mäßige Sitzposition und das neutrale Lenkverhalten gefielen sowohl im winkeligen Singletrail als auch auf schnellen Forststraßen. Bergab boten die hauseigenen Reifen optimalen Halt und ließen extreme Kurvenlagen zu. Bergauf sorgte die Kombination aus Federung und gutem Grip für eine hervorragende Traktion.

Zusammenfassend galt das Rad als optimal für den ernsthaften, sportlichen Cross-Country-Einsatz geeignet, vorausgesetzt man hatte ein Modell mit einem funktionierenden Hinterbaudämpfer erwischt.

Technische Daten im Überblick

KategorieDetails
Originalpreis 19972499 Mark
Gewicht12,5 Kilo
RahmenmaterialA1 Premium Aluminium
GabelRock Shox Indy XC (63 mm)
DämpferRock Shox Deluxe (70 mm)
SchaltwerkShimano Deore LX
UmwerferShimano STX
SchalthebelGripShift SRT 600
BremsenDia Compe V-Brakes
NabenShimano STX RC
ReifenSpecialized Team Master / Team Control

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