Ritchey P-21 – Der Inbegriff des Renn-Stahl-Hardtails

Ritchey P-21
Ritchey P-21 (Quelle: mountainbikemuseum.nl)

Ritchey ist Religion. Der Glaube an das Einfache am Bike. Tom Ritchey reduziert sein P-21 auf das Wesentliche und überlässt dabei nichts dem Zufall. Der Erfolg gibt ihm Recht.

Tom Richey ist ein Urgestein der Mountainbike – Geschichte. Zusammen mit Gary Fischer und Joe Breeze suchte er die Bike – Erfüllung abseits der Straßen und begründete damit in den 80ern die Mountainbike – Bewegung.

Seine Erfahrung in den ersten Jahren prägten Tom Ritchey genauso wie seine Produkte. Neben zahlreichen Komponenten Anfang der 90er lag ein Fokus von Tom Ritcheys Entwicklungen dann auch auf MTB – Rahmen. Ein selbst entwickelter Ritchey-Logic Stahlrohrsatz wird mit der aufwändigen fillet-brazed-Löttechnik wird zu hochwertigen Hardtail – Rahmen dieser Zeit gefertigt.

Das Topmodell aus der Ritchey – Schmiede war in den 90ern unbestritten das „Ritchey P-21“ – MTB, mit dem z.B. Thomas Frischknecht im Grundig MTB Worldcup um Siege gefahren ist. Am Ritchey P-21 von 1995 tragen alle Komponenten außer Schaltung und Naben den Namen von Tom Ritchey. Das Ziel: das Bike so leicht wie möglich zu machen. Die Typbezeichnung P-21 steht dabei für das Gesamtgewicht des Bikes: 21 amerikanische Pfund, ca. 9,5 kg. Für damals ein Top – Wert, wenn auch noch ohne Federgabel.

Obwohl die ersten Federgabeln bereits Einzug in den Rennzirkus gefunden hatten, fuhr der Däne Hendrik Djernis auch auf dem ungefederten Ritchey P-21 noch zum Weltmeistertitel.

Technische Eigenschaften und Konstruktion

Der Rahmenwerkstoff: Ritchey Logic Prestige Rohrsatz

Der Schlüssel zur Leistung des P-21 lag im exklusiven Rohrsatz: Ritchey Logic Prestige.

  • Konifizierte Rohre: Ritchey entwickelte diesen hochentwickelten Chrom-Molybdän-Stahlrohrsatz selbst. Die Rohre waren an den Enden dicker und in der Mitte extrem dünn konifiziert und wärmebehandelt.

  • Gewicht und Stärke: Dieses Verfahren ermöglichte es, die Wandstärke der Rohre radikal zu reduzieren, was das Gewicht minimierte, während die Festigkeit an den belasteten Schweißnähten erhalten blieb. Das P-21 war für einen Stahlrahmen extrem leicht – ein entscheidender Vorteil im Rennen.

  • Fahrgefühl: Der Logic Prestige Stahl bot das klassische geschmeidige, vibrationsdämpfende Fahrgefühl von Stahl, das jedoch durch die ausgefeilte Konifizierung extrem reaktionsfreudig wirkte.

Die Ritchey Vertikalen Ausfallenden

Das P-21 verfügte über die charakteristischen, geschmiedeten Ritchey Ausfallenden am Hinterbau.

  • Präzision: Diese Ausfallenden waren nicht nur optisch markant, sondern auch extrem steif und leicht. Sie gewährleisteten eine perfekte Positionierung des Hinterrades und eine zuverlässige Klemmung, was die Grundlage für die präzise Schaltung bot.

Der Klassische Bremssteg

Am Hinterbau nutzte Ritchey den traditionellen Cantilever-Bremssteg, oft mit einer Verstärkung versehen.

  • Fokus auf Funktion: Obwohl in den 90ern die V-Brake aufkam, stand der Rahmen noch in der Tradition der Cantilever-Bremsen. Der Bremssteg war so konstruiert, dass er die Bremskräfte effizient auf den Rahmen übertrug und das „Stottern“ der Bremsen minimierte.

Geometrie und Rennsport-DNA

Die Geometrie des P-21 war das Ergebnis von Tom Ritchey’s unzähligen Testfahrten und Erfahrungen im Rennsport.

  • Agilität und Stabilität: Das P-21 bot die ideale Balance zwischen einem agilen Lenkverhalten (für schnelle Kurven und technische Abschnitte) und der notwendigen Spurtreue bei hoher Geschwindigkeit.

  • Ausrichtung: Die Geometrie war perfekt auf die Kombination mit der damals üblichen Federgabel (z. B. RockShox Mag-Serie) abgestimmt, die typischerweise 50 bis 60 mm Federweg bot.

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