Race Face Turbine Low Profile MTB Kurbel

Eleganz trifft auf unerschütterliche Kanadische Robustheit

Nach dem Erfolg der I-Beam Kurbel verfeinerte Race Face seine Designphilosophie mit der Einführung der Turbine Low Profile Kurbel (Mitte bis Ende der 90er Jahre). Die Turbine wurde schnell zur Ikone der Marke und etablierte sich als eine der besten und begehrtesten Kurbelgarnituren der späten Vierkant-Ära.

Sie vereinte die bekannte Race Face Robustheit mit einer eleganteren Ästhetik und einem optimierten Profil, was sie zum ultimativen Upgrade für ambitionierte Mountainbiker machte.

Technische Eigenschaften und Konstruktion

Aus einzelnen Blöcken einer 7075-T6 Aluminiumlegierung wurden die Kurbeln CNC gefräst. Die beiden Kurbelarme haben dabei Einkerbungen und sind so gefräst, dass möglichst viel Gewicht eingespart wird.
Die Race Face Turbine LP ab dem Baujahr 1995 sind gleichzeitig auch noch geschmiedet, da sich die Kombination beider Techniken als deutlich belastbarer erwiesen hat als nur aus einem Block gefräste Kurbeln. Trotz der Gewichtsreduktion ist die Turbine LP sehr verwindungssteif.

Der rechte Kurbelarm und die Kettenblattaufnahme sind ebenfalls aus einem Stück hergestellt, was auch Gewicht spart bei maximaler Festigkeit. Die Kettenblattaufnahme hat einen Lochkreis von 110mm (großes und mittleres Kettenblatt) sowie 75mm (kleines Kettelblatt). Das „LP“ in dem Namen der Race Face Turbine Kurbel steht für „low profile„. Heisst, dass die Kanadier dem Trend von Shimano folgten und die Kurbeln für kürzere Innenlager – Achsen (107 – 110 mm Innenlager–Achslänge) gebaut haben. Shimano hat dies erstmals mit den Kurbeln der XTR M900 – Serie eingeführt.

Das Low Profile Design

Das Designziel war, die Kurbelarme so zu gestalten, dass sie näher am Rahmen lagen und somit eine schlankere Q-Faktor (Breite zwischen den Pedalen) ermöglichten, als es viele andere Kurbeln der Zeit taten.

  • Ergonomie: Ein geringerer Q-Faktor wurde oft als ergonomischer und effizienter für die Tretbewegung empfunden. Die Turbine Kurbel war speziell dafür optimiert, mit einem kürzeren Vierkant-Innenlager (z. B. 110 mm oder 113 mm Achslänge) zusammenzuarbeiten, ohne dass die Kurbelarme am Rahmen streiften.

Ebenfalls im Angebot waren die Race Face Turbine LP Kurbeln mit „compact drive„, also für kleinere Kettenblätter. Diese Kurbeln haben einen 58/ 94 mm Kettenblatt–Lochkreisdurchmesser.

Die Kurbeln wiegen (ohne Kettenblätter) und bei einer Armlänge von 175 mm ca. 435 Gramm. Sie zählen somit nicht zu den Ultra – Leichtgewichten und liegen eher im Mittelfeld. Allerdings musste man sich auch keine Sorgen machen, wenn der Biker > 90kg auf die Waage bringt und ordentlich in die Pedale tritt. Die Turbine LP – Kurbeln wurden in den Längen 170, 175 und 180 mm angeboten. Es gab ein großes Angebot an Farben, alles, was damals angesagt war an Farbtönen, eloxiert oder lackiert, war verfügbar.  

Typische Fehler und Verschleiß

Die bereits erwähnte Robustheit der Kurbeln machen sich auch in einem relativ geringem Verschleiß bemerkbar. Da wir hier von 4-Kant-Innenlager Aufnahmen sprechen, können diese mit der Zeit ausgeschlagen sein. Gerade bei „Power Usern“ der Kurbeln kann die Achsenaufnahme deutliche Spuren haben. Ansonsten sind mir keine größeren Mängel bisher bekannt, abgesehen davon, dass wir hier von Kurbeln sprechen und Dinge wie Farbabschürfungen, Macken und Kratzer von Stürzen und Aufsetzern etc. Bauteil – spezifisch sind und durchaus vorkommen.

Was muss ich für eine Race Face Turbine LowProfile Kurbel anlegen?

Damals lag der VK bei ca. 500 DM. Gebrauchte Race Face Turbine LP Kurbeln liegen aktuell bei ca. 130 Euro, in sehr gutem Zustand oder einer seltenen Farbe können auch schon mal bis zu 200 Euro verlangt werden. Die Kurbeln gibt es recht häufig auf dem Gebrauchtmarkt und werden immer wieder gerne an Retro – Bikes verbaut. 

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