Als das Manitou FS DH die Pisten von Mammoth eroberte

Answer Manitou FS Mountainbike

Als das Manitou FS DH die Pisten von Mammoth eroberte

In der Geschichte des Mountainbikens galt Mammoth Mountain in den kalifornischen Rockies schon immer als ein Ort für legendäre Abfahrten und exotische Technik. Ein besonderes Highlight war das Manitou FS DH aus dem Jahr 1995, das speziell für die extremen Anforderungen der „Kamikaze“-Abfahrt entwickelt worden war.

Maßgeschneidert für den damaligen Weltcup-Einsatz

Das Rad basierte auf dem Modell, das auch der damalige Weltcup-Star Jürgen Beneke fuhr. Im Vergleich zum Standardmodell wies die DH-Version signifikante Unterschiede auf:

  • Geometrie: Die Kettenstreben waren mit 441 Millimetern um 25 Millimeter länger als beim normalen FS-Modell.
  • Rahmenbau: Es kamen schwerere Rohre von Easton zum Einsatz.
  • Federweg: Der Hinterbau bot etwa 80 Millimeter Federweg, während die Standardversion lediglich über 63 Millimeter verfügte.
  • Lieferumfang: Das Rahmenset, welches damals stolze 5350 Mark kostete, beinhaltete bereits die neue EFC-Gabel, eine integrierte Vorderradnabe, einen Kettenspanner sowie eine Easton-Sattelstütze.

Hinweis: die Bikes auf den Bildern dieses Beitrages sind nicht die FS – Variante des Manitou FS MTB´s sondern die Standard-Variante des Rahmens mit teils individuellen Aufbauten.

Answer Manitou FS Retro MTB Fully
Answer Manitou FS (Quelle: mountainbikemuseum.nl)

Revolution an der Front: Die EFC-Gabel

Während die FS – Modelle des Manitou Fullies mit Manitou M3 – Elementen ausgestattet waren, wurde an der DH – Version die neu entwickelte EFC-Gabel (Elastomer Fluid Cartridge) eingesetzt. Ähnlich wie die damalige Rock Shox Judy arbeitete sie mit einer einstellbaren Öl-Patrone zur Kontrolle der Ein- und Ausfedergeschwindigkeit.

Die EFC-Gabel lieferte einen Federweg von 76 mm. Der Hinterbau bot ebenfalls etwa 80mm Federweg. Wohl gemerkt, wir sprechen hier von einer „Downhill – Variante“ des Bikes! Vorne wurden Elastomere in drei Härtegraden genutzt, während der Hinterbau mit zweistufigen Elastomeren ausgestattet war. Ein neu entwickelter Aluminiumgabelkopf kam mit nur einer Befestigungsschraube pro Seite aus.

Das Urteil eines damaligen Profis: Jürgen Beneke

Jürgen Beneke, der mit diesem Rad 1993 den Weltcup-Gesamtsieg und 1994 den zweiten Platz holte, schätzte die Allround-Eigenschaften. Besonders die wartungsfreie Lagerung der Hinterradfederung hob er positiv hervor, da diese selbst nach einer kompletten Saison kein seitliches Spiel aufwies.

Dennoch sparte er nicht mit Kritik an den damals verwendeten Materialien. Er bemängelte, dass sich die Elastomere am Hinterbau oft regelrecht „verkrümelten“. Zudem mahnte er an, dass Answer die Weiterentwicklung nicht verschlafen dürfe, da die Konkurrenz nicht schliefe.

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